Abnehmspritze · Eiweiß · Medikamente
Abnehmspritze: Was du beim Essen beachten solltest
Wegovy, Ozempic, Mounjaro: Die Spritze nimmt den Appetit, aber sie ersetzt keine Ernährung. Worauf es jetzt ankommt: Eiweiß, Muskeln, Verträglichkeit und die Zeit danach.
Veröffentlicht am 6. September 2026 · 2 Min. Lesezeit
Medikamente wie Semaglutid (Wegovy, Ozempic) und Tirzepatid (Mounjaro) haben das Abnehmen verändert. In Studien verloren Teilnehmer im Schnitt 15 bis 21 Prozent ihres Gewichts.1 Die Spritze macht satt und dämpft den Appetit. Was sie nicht macht: entscheiden, was du isst. Genau da liegt der Punkt.
Das Problem: Muskeln gehen mit
Wer schnell und viel abnimmt, verliert auch Muskeln. Bei den Abnehmspritzen kann der Anteil der Muskelmasse am verlorenen Gewicht bei einem Viertel bis fast der Hälfte liegen.2 Das macht schwächer, senkt den Energieverbrauch und erschwert es, das Gewicht später zu halten.
Zwei Dinge wirken dagegen: genug Eiweiß und Krafttraining. Beim Eiweiß ist das obere Ende sinnvoll, etwa 1,6 Gramm pro Kilo Bezugsgewicht am Tag.3 Das ist mit gedämpftem Appetit nicht leicht, deshalb sollte Eiweiß bei jeder Mahlzeit an erster Stelle stehen: erst Quark, Eier, Fisch, Geflügel, Hülsenfrüchte oder Tofu, dann der Rest.
Verträglichkeit in der Anfangszeit
Übelkeit, Völlegefühl und Verstopfung sind in den ersten Wochen häufig. Was hilft:
- Kleine Portionen, dafür öfter.
- Fettarme, eiweißreiche Mahlzeiten; sehr fettes und frittiertes Essen verstärkt die Übelkeit.
- Langsam essen und aufhören, sobald du satt bist.
- Genug trinken, 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee, und Ballaststoffe aus Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchten gegen die Verstopfung.
Kein zusätzliches Kaloriendefizit
Die Spritze sorgt selbst dafür, dass du weniger isst. Ein Plan, der obendrauf noch ein Kaloriendefizit verordnet, treibt die Menge zu tief. Dann fehlen Nährstoffe, und der Muskelabbau beschleunigt sich. Unser Plan zeigt dir deshalb bei der Spritze keinen Zielwert für Kalorien, sondern nur zur Orientierung, was dein Körper etwa verbraucht. Wichtig ist, was in die kleinere Menge hineinpasst: Eiweiß, Gemüse, Vollkorn, gute Fette.
Nährstoffe im Blick
Wer wenig isst, bekommt wenig Vitamine und Mineralstoffe. Achte auf Vielfalt: verschiedene Gemüsesorten, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkorn, Milchprodukte oder Alternativen. Bei sehr geringer Nahrungsmenge über längere Zeit kann eine Blutkontrolle beim Arzt sinnvoll sein.
Unterzucker und Medikamente
Wenn du zusätzlich Insulin oder blutzuckersenkende Tabletten nimmst, kann der Blutzucker zu tief fallen, weil du weniger isst. Zittern, Schwitzen und Heißhunger sind Warnzeichen. Sprich vor dem Start mit deiner Ärztin oder deinem Arzt; oft muss die Dosis angepasst werden.4
Die Zeit danach
Der wichtigste und am wenigsten besprochene Punkt: Nach dem Absetzen kommt der Appetit zurück, und ein großer Teil des Gewichts kehrt bei vielen innerhalb eines Jahres zurück.5 Wer die Zeit mit der Spritze nutzt, um Gewohnheiten aufzubauen, hat bessere Karten: Eiweiß zu jeder Mahlzeit, wenig stark verarbeitete Lebensmittel, regelmäßige Bewegung, das wöchentliche Wiegen. Diese Gewohnheiten bleiben, wenn das Medikament geht.
Quellen
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Wilding JPH et al. 2021, New England Journal of Medicine (STEP 1): Once-weekly semaglutide in adults with overweight or obesity. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2032183 ↩
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Neeland IJ et al. 2024, Diabetes, Obesity and Metabolism: Changes in lean body mass with glucagon-like peptide-1-based therapies. https://dom-pubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dom.15728 ↩
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Leidy HJ et al. 2015, American Journal of Clinical Nutrition: The role of protein in weight loss and maintenance. https://ajcn.nutrition.org/article/S0002-9165(23)27427-4/fulltext ↩
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American Diabetes Association 2024, Standards of Care in Diabetes, Section 8: Obesity and weight management. https://diabetesjournals.org/care/issue/47/Supplement_1 ↩
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Wilding JPH et al. 2022, Diabetes, Obesity and Metabolism (STEP 1 extension): Weight regain and cardiometabolic effects after withdrawal of semaglutide. https://dom-pubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dom.14725 ↩
Dieser Artikel informiert und erklärt. Er ersetzt keine ärztliche Beratung.