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Süßstoffe und Zero-Getränke: Helfen sie beim Abnehmen?

Cola Zero statt Cola spart Zucker, aber ist sie deshalb gut? Was Studien zu Süßstoffen und Gewicht zeigen, was die WHO empfiehlt, und wie du sie sinnvoll einsetzt.

Veröffentlicht am 1. September 2026 · 2 Min. Lesezeit

Eine Karaffe Wasser mit Zitrone und Minze und ein gefülltes Glas, im Hintergrund eine Getränkedose.

Ein halber Liter Cola enthält etwa 53 Gramm Zucker, rund 17 Würfel. Die Zero-Variante kommt auf null. Der Unterschied sind über 200 Kalorien, die niemand bemerkt, weil flüssiger Zucker kaum satt macht. So weit die klare Seite. Die unklare Seite ist, was Süßstoffe sonst noch tun.

Was die Studien zeigen

Wer Zuckergetränke durch Süßstoffgetränke ersetzt, nimmt in Studien mit Vergleichsgruppen ab oder zumindest weniger zu. Eine Auswertung von über 60 Studien fand für Süßstoffe statt Zucker im Schnitt etwa 1,4 Kilo weniger Gewicht.1 Eine neuere Zusammenfassung verglich Süßstoffgetränke direkt mit Wasser: Beide führten zu ähnlichen Ergebnissen beim Gewicht, Süßstoffgetränk und Wasser lagen also gleichauf.2

Beobachtungsstudien zeichnen ein anderes Bild: Menschen, die viel Light-Getränke trinken, sind im Schnitt schwerer. Das liegt aber vermutlich daran, dass Menschen mit Gewichtsproblemen häufiger zu Light greifen, statt daran, dass Light dick macht. Solche Studien lassen Ursache und Wirkung offen.

Was die WHO sagt

Die Weltgesundheitsorganisation hat 2023 empfohlen, auf Süßstoffe als Mittel zur Gewichtskontrolle zu verzichten. Begründung: Für einen langfristigen Nutzen fehlen die Belege, und in Beobachtungsstudien gibt es Hinweise auf Zusammenhänge mit Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, deren Ursache unklar ist. Die WHO stuft die Belege selbst als schwach ein und nimmt Menschen mit Diabetes ausdrücklich aus.3

Ehrlich zusammengefasst: Süßstoffe sind in den üblichen Mengen wahrscheinlich unbedenklich, sie sind sicher besser als Zucker, und Wasser ist sicher besser als sie.

Der Gewöhnungseffekt

Ein Argument aus der Praxis statt aus Studien: Wer den ganzen Tag Süßes trinkt, auch zuckerfrei, hält seine Erwartung an Süße hoch. Wer sich über einige Wochen an Wasser, Tee und ungesüßten Kaffee gewöhnt, empfindet Obst wieder als süß und Limonade als zu süß. Das ist eher Erfahrung als harte Wissenschaft, und viele Menschen erleben es so.

Und die Zähne?

Ein Punkt, der beim Gewicht oft untergeht: Zero-Getränke sind zwar zuckerfrei, enthalten aber meist Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Wer viel davon trinkt, sollte zwischendurch Wasser trinken und mit dem Zähneputzen danach eine Weile warten, weil der Schmelz kurz nach dem Säurekontakt empfindlich ist.

So setzt du sie sinnvoll ein

  • Umstieg: Von Cola auf Cola Zero ist ein guter erster Schritt, wenn Wasser noch zu weit weg ist.
  • Ziel: Wasser, Mineralwasser, ungesüßter Tee und Kaffee als Standard; Zero-Getränke als Ausnahme statt als Grundnahrungsmittel.
  • Nur ersetzen, wo es etwas zu ersetzen gibt: Wer bisher kaum Süßgetränke trank, hat mit Zero auch wenig zu gewinnen.
  • Süßstoff im Kaffee ist eine Kleinigkeit; die größeren Hebel sind Portionen, Eiweiß und Bewegung.

In unseren Lebensmittellisten stehen Zero-Getränke deshalb bei „in Ordnung als Ersatz“, Wasser bleibt die bessere Gewohnheit.

Quellen

  1. Rogers PJ et al. 2016, International Journal of Obesity: Does low-energy sweetener consumption affect energy intake and body weight? A systematic review. https://www.nature.com/articles/ijo2015177 ↩

  2. McGlynn ND et al. 2022, JAMA Network Open: Association of low- and no-calorie sweetened beverages as a replacement for sugar-sweetened beverages with body weight and cardiometabolic risk. https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2790045 ↩

  3. World Health Organization 2023: Use of non-sugar sweeteners: WHO guideline. https://www.who.int/publications/i/item/9789240073616 ↩

Dieser Artikel informiert und erklärt. Für Diagnose und Behandlung bleibt deine Ärztin oder dein Arzt zuständig.